Jugendpflege
der Hansestadt Lüneburg

Warum Partizipation?

Warum Partizipation?


Warum Partizipation?
Das Wort Partizipation kommt aus dem lateinischen und bedeutet Teilnahme oder Beteiligung. Es geht darum, Macht, Kompetenzen, Entscheidungsrechte und auch Verantwortung zu teilen.
Die Beteiligung von Kindern und Jugendlichen ist nicht nur gesetzlich vorgegeben (UN-Kinderrechtskonvention, SGB 8, Niedersächsisches Kommunalverfassungsgesetz), sie bringt auch vielfältige positive Effekte mit sich. Darum versteht die Jugendpflege Partizipation als das leitende und zentrale Motiv ihrer Arbeit.
Ziele:
•    Gesellschaftliche und politische Beteiligung fördern
•    möglichst viele Kinder und Jugendliche über Beteiligung informieren
•    Demokratie positiv erlebbar machen
•    Wünsche und Ideen von Kindern und Jugendlichen ernst nehmen
•    Unmittelbare und konkrete Erfahrungen mit Partizipation ermöglichen
•    Erfahrungen von Grenzen des Machbaren ermöglichen
•    ein diskriminierungsfreies Miteinander fördern
•    den solidarischen Zusammenhalt in der Gesellschaft stärken
•    Soziales Engagement stärken
•    interkulturelle Kompetenzen fördern (u.a. Empathie, Toleranz, Respekt)
•    Austausch zwischen Menschen mit unterschiedlichen sozialen, religiösen und kulturellen Hintergründen anregen
•    Gleichberechtigung der Geschlechter und Toleranz im Umgang mit verschiedenen sexuellen Orientierungen/ Identitäten fördern
•    Vielfalt als Chance erlebbar machen
•    Selbstwirksamkeit stärken
•    die Selbstreflexion eigener Stärken, Schwächen, Interessen und Wünsche fördern
•    Maßnahmen gegen Extremismus, Radikalisierung oder Politikverdrossenheit entwickeln
•    Einbindung von Kindern und Jugendlichen mit unterschiedlichsten sozialen, kulturellen und religiösen Hintergründen
•    selbstorganisierte Jugendprojekte ermöglichen
•    Identifikation von Kindern und Jugendlichen mit ihrem Stadtteil fördern

Maßnahmen:
•    Alltagspartizipation
•    Kinder- und Jugendkonferenzen
•    Das Lüneburger Jugendforum
•    Unterstützung für Jugendprojekte
•    Teilnahme am Bundesprogramm Demokratie Leben
•    Umsetzung von Projekten im beschriebenen Themenfeld

Kinder- und Jugendkonferenzen

Kinder- und Jugendkonferenzen


Zu müde zum Lesen? Dann schaut Euch unser Erklärvideo an!

Kinder- und Jugendkonferenzen

Kinder und Jugendliche haben ein Recht auf Beteiligung. Sie sind selbst Expert:innen dafür, welche Angebote, Strukturen oder Veränderungen sie in ihrem Lebensumfeld brauchen und haben richtig gute Ideen.
Darum organisiert die Jugendpflege der Hansestadt Lüneburg regelmäßig Kinder- und Jugendkonferenzen. Dabei werden junge Menschen aktiv in die Mitgestaltung ihres Sozialraums eingebunden und an politischen Entscheidungsprozessen beteiligt. Die Teilnehmenden machen niedrigschwellige Erfahrungen mit Demokratie und spüren, dass ihre Meinung wichtig ist. 

Ablauf:
1.    In der Vorbereitungsphase können Kinder und Jugendliche mit Unterstützung von Akteur:innen der Kinder- und Jugendarbeit und Schulen Wünsche, Ideen und Fragen einreichen.
2.    Bei der Konferenz werden diese präsentiert, priorisiert und zu konkreten Projektideen weiterentwickelt. Die Ergebnisse werden eingeladenen Personen aus Politik, Verwaltung oder Stadtteileinrichtungen vorgestellt. 
3.    In der Umsetzungsphase wird versucht, möglichst viele Wünsche oder Projekte umzusetzen oder Fragen zu beantworten. Nach einigen Monaten erfolgt ein Nachtreffen um über den aktuellen Stand zu informieren.
Damit die Kinder und Jugendlichen Veränderungen in ihrem direkten Lebensumfeld wahrnehmen konnten, wurden die Konferenzen in einzelnen Stadtgebieten durchgeführt. Mit diesem Jahr wurden nun alle Stadtteile Lüneburgs berücksichtigt. 
Die folgende Auflistung gibt einen Überblick über die Ergebnisse der Konferenzen und die beteiligten Kooperationspartner:innen.

02.04.2025: Altstadt, Weststadt, Mittelfeld
Kooperationspartner:innen: 
St.-Ursula-Schule, Herman-Löns-Schule, Heiligengeistschule, Oberschule am Wasserturm, Jugendsalon, Matthäusgemeinde, JUZ Stadtmitte

Umgesetzte Projekte:
Neugestaltung des Spielplatzes im Timpen, Müllsammelaktion rund um die Sülzwiesen, Workshops zu Konfliktlösung in 4 Klassen, Naturschutzprojekt mit den Klima-Scouts der Heiligengeistschule, Jugendkonzert beim Luna Music Club

19.04.2024: Wilschenbruch, Rotes Feld und Bockelsberg
Kooperationspartner:innen: 
Grundschule im Roten Felde, Grundschule Hasenburger Berg, Kreuzkirche, Friedenskirche, Geschwister-Scholl-Haus, Theater im e.novum, Kreissportbund Lüneburg

Umgesetzte Projekte:
Müllsammelaktion, Spielplatzcheck, neues Spielgerät am Geschwister-Scholl-Haus, Geschwindigkeitsmessaktion „Aktion mit Zitronen“ mit der Polizei am Bockelsberg

12.10.2022: Kreideberg, Ochtmissen, Goseburg/ Zeltberg
Kooperationspartner:innen: 
Ev.-Luth. Paulusgemeinde Kreideberg, KredO, Jugendcafé Kreideberg, Jucon Goseburg, Grundschule Kreideberg, Grundschule Ochtmissen, IGS/ OBS Kreideberg, Kreissportbund Lüneburg, VSE Lüneburg (Mädchengruppe)

Umgesetzte Projekte: 
Ausflüge in den Heide Park, den Hochseilgarten und verschiedene Sport- und Freibäder, Spielplatzbegehung, Fortnite Event im Jugendcafé, Kickbox-Training, JUZ Sports Day - wöchentliche Sportangebote zum Schnuppern, Kinder-Disco in Ochtmissen

28.04.2021: Oedeme
Kooperationspartner:innen: 
JUZE Oedeme, Grundschule Hasenburger Berg, Kreissportbund Lüneburg/ Sportjugend, St. Michaelis Kirchengemeinde, Jugendfeuerwehr Oedeme, MTV Treubund Lüneburg

Umgesetzte Projekte: 
Neue Uhr, Lampe und „Open Schild“ für das JUZE, Herstellung von Saatbomben, Bau eines großen Insektenhotels für den Stadtteil, Müllsammel-Aktion, Unterschlupfmöglichkeiten für Insekten und Amphibien im Rosenkamp bauen, Warnschilder „Achtung Kinder“ – Projekt mit der GS Hasenburger Berg, Warnschilder für den Schulweg anfertigen und aufstellen (gefördert durch Demokratie leben), Neue Geräte für die Spielplätze Finkenhütte, Oedeme Süd und Häcklinger Weg, "Bunte Mülleimer"  – Projekt mit der GS Hasenburger Berg mit Graffiti-Künstlern „Dosenfutter“, gefördert von Demokratie Leben!

29.03.2019: Kaltenmoor
Kooperationspartner:innen: 
Anne Frank Schule, Aktivspielplatz Kaltenmoor (AKI), JUZ Kaltenmoor, Hort Kaltenmoor, Kreissportbund Lüneburg, Jugendspielgemeinschaft

Umgesetzte Projekte: 
Kostenloser WLAN-Zugang im JUZ Kaltenmoor, Naturtag "Keschern im Bach" (AKI), Ausflug zum Bauernhof (AKI), Klimawoche (JUZ Kaltenmoor), Schnuppertag für Kinder ab 8 Jahren im JUZ Kaltenmoor, Disco (JUZ und AKI), "AFC -AKI Fried Chicken": KFC-Gerichte nachkochen auf dem AKI, Ausflug in die Fun Arena (JUZ und AKI), Smiley-Zettel und Elbstones gestalten und in Kaltenmoor verstecken oder verschenken (AKI), Boxsack im JUZ Kaltenmoor, JUZ-Sports Day (in Kooperation mit diversen Sporteinrichtungen), kostenloses Schnuppertraining für Kickboxen (ermöglicht durch den Kreissportbund Lüneburg)
 
16.11. 2018: Moorfeld
Kooperationspartner:innen: 
JUZ ELMO, Kindertreff ELM, Grundschule Lüne, Hort, Nachmittagsbetreuung Kinami, Albatros e.V.

Umgesetzte Projekte: 
Häufigere Mülleimerentleerung auf den Spielplätzen, Spielplatzumzäunung am Loewe Center, Reparatur des Recks auf dem Spielplatz der Gerhart-Hauptmannstraße, Müllsammelaktion im Stadtteil, Kreativwand im Stadtteilhaus ELM, kinderfreundlichere Betriebszeiten der Ampeln

Jugendforum
Lüneburg

Jugendforum
Lüneburg


Hier gibt's ein cooles Video über das Jugendforum!

Das Jugendforum Lüneburg ist eine Gruppe von Jugendlichen, die sich für Interessen und Themen von jungen Menschen in Lüneburg einsetzen. Das Jugendforum berät Personen aus Politik und Verwaltung zu Jugendthemen, nimmt an Sitzungen im Rathaus teil und vergibt Projektgelder für Jugendprojekte. Beim Begleitausschuss des Projektes Demokratie Leben ist das Jugendforum stimmberechtigtes Mitglied.

Die Mitglieder des Jugendforums sind zwischen 12 und 22 Jahren alt. Das Jugendforum trifft sich ca. einmal im Monat. Für die Arbeit der Mitglieder wird eine Aufwandsentschädigung gezahlt.

Wer eine Idee für ein Jugendprojekt hat und Geld dafür braucht, kann einen Antrag an das Jugendforum schicken. Dabei müssen die Vergaberegeln beachtet werden.

Dokumente zum Download:
* Satzung
* Vergaberegeln
* Antragsformular

Bei Fragen stehen die Mitglieder des Jugendforums unter der E-Mail jugendforum.lg@gmx.de oder die pädagogische Begleitung Lena Busse (lena.busse@stadt.lueneburg.de, Telefon 04131-3093345) gern zur Verfügung.

Jugendräte

Jugendräte


In den Jugendzentren der Stadt werden in regelmäßigen Abständen Personen gewählt, die dann einen Jugendrat bilden. Die Jugendräte treffen sich in den jeweiligen Jugendzentren und setzen eigene Ideen, Veränderungswünsche oder Projekte in ihrem JUZ oder in ihrem Stadtteil um. Das hierfür benötigte Geld kann z.B. beim Lüneburger Jugendforum beantragt werden. Die Mitglieder der Jugendräte haben teilweise besondere Aufgaben in ihren Jugendzentren. Außerdem dürfen sie am stadtteilübergreifenden Lüneburger Jugendforum teilnehmen und dort mitbestimmen.

Alltagspartizipation

Alltagspartizipation


Die Jugendpflege versteht "Partizipation" als Querschnittsaufgabe und "Haltung" für ihr gesamtes "Tun", also für sämtliche Aktivitäten, Aufgaben- und Projektbereiche. In den Jugendpflegeeinrichtungen ist Partizipation auch im alltäglichen Miteinander ein fester Bestandteil. Partizipation muss und will "gelebt" werden. ​ Die Umsetzung von Partizipationsprojekten wie Kinder- und Jugendkonferenzen ist allein nicht ausreichend. Es geht um Alltagspartizipation.

Die Mitarbeiter/innen der Jugendpflege motivieren die Kinder und Jugendlichen bei ihrer täglichen Arbeit dazu, am gesellschaftlichen und politischen Leben in Lüneburg teilzuhaben, z.B. durch das Mitwirken an Projekten und Veranstaltungen in den Bereichen Kultur, Sport, Natur, Politik, soziales Engagement etc.

"Alltagspartizipation" bedeutet noch mehr als die reine Teilnahme an Freizeitangeboten: Es geht darum, junge Menschen zu aktiven Mitgestaltern ihrer sozialen Lebensumgebung zu machen. Kinder und Jugendliche werden in den Einrichtungen der Jugendpflege daher von Anfang an, also auch bei der Planung, Gestaltung und Weiterentwicklung der Räumlichkeiten, des Programms und der Projekte aktiv beteiligt. Sie dürfen z.B. mitentscheiden, ob und wie die Räume der Jugendtreffs eingerichtet und welche Aktionen und Projekte im Rahmen des Sommerferienprogramms auf die Beine gestellt werden.

Die Mitarbeiter/innen der Jugendpflege sind offen für Neues und schenken den Kindern und Jugendlichen das Vertrauen, in bestimmten Belangen und Bereichen "Experten in eigener Sache" zu sein. Um sie in bestimmten Entscheidungssituationen nicht zu überfordern, zu frustrieren oder gar zu gefährden, richten sie die Beteiligungsprozesse altersgemäß aus und begleiten sie pädagogisch. Kinder und Jugendliche verfügen nicht über die gleiche Lebenserfahrung und das gleiche Wissen wie Erwachsene. Kinder und Jugendliche können von Erwachsenen lernen, aber eben auch umgekehrt. Partizipation heißt auch zu lernen, dass es Grenzen gibt und dass nicht alles umsetzbar ist, was individuell wünschenswert ist. 

Zur Gewährleistung von Alltagspartizipation setzen sich die Mitarbeiter/innen der Jugendpflege in den Einrichtungen außerdem für die Etablierung einer entsprechenden Kommunikationskultur ein. Es geht um demokratischen Austausch, um echtes "Zuhören" und das Aushandeln von Kompromissen. Im Fokus steht eine Kommunikation auf Augenhöhe, die von Respekt und Toleranz geprägt ist. 

Sämtliche Jugendpflegemitarbeiter/innen sind bzw. wurden entsprechend geschult. 

 

 

Kontakt

Kontakt


Lena Busse
Partizipation, Jugendförderung
Haagestraße 3D, 21335 Lüneburg
(Erdgeschoss, Büro 4)
04131 - 309-3345
lena.busse@stadt.lueneburg.de

Jens Döhrmann
Haagestraße 3D, 21335 Lüneburg
(Erdgeschoss, Büro 4)
04131 - 309-3230
jens.doehrmann@stadt.lueneburg.de